Die Zutatenliste ist nicht das Erste, was man überfliegt. Verständlicherweise wirkt eine INCI-Liste technisch, klinisch und unverständlich. Lange lateinische Namen. Synthetisch klingende Begriffe. Man weiß gar nicht, wo man anfangen soll, oder? Uns ging es genauso!
Leider sieht man dort, was ein Produkt wirklich ist. Nicht das Etikett oder Werbeversprechen wie „natürlich“ oder „rein“. Sondern die Rückseite der Verpackung, wo alle Inhaltsstoffe ehrlich und in festgelegter Reihenfolge aufgelistet sein müssen.
Was ist eine INCI-Liste und warum ist sie verpflichtend?
Die INCI-Liste ist die offizielle Inhaltsstoffliste eines Kosmetikprodukts. INCI steht für „ Internationale Nomenklatur kosmetischer Inhaltsstoffe“ . Es handelt sich um einen internationalen Standard, der auf allen Hautpflegeverpackungen gesetzlich vorgeschrieben ist.
Als wir Food for Skin gründeten, wollten wir unsere Zutaten so präsentieren, wie man sie in einem Rezept liest – mit unseren bekannten, natürlichen Zutaten. Wir stellten jedoch fest, dass dies nicht erlaubt ist und die Angabe der offiziellen INCI-Liste Pflicht ist. Wo der Platz es zulässt, versuchen wir, zusätzliche, verständliche Begriffe in Klammern auf den Etiketten und Verpackungen hinzuzufügen. Auf unserer Website finden Sie die INCI-Liste stets in leicht verständlichem Niederländisch. Denn Tomatensaft (Solanum Lycopersicum) ist schlicht und einfach der Saft der Tomatenpflanze!
Ist die INCI-Liste identisch mit der Zutatenliste?
Ja. Bei Kosmetika ist die INCI-Liste einfach die offizielle Liste der Inhaltsstoffe.
Alle Zutaten müssen hier vollständig und in strikter Reihenfolge, von der höchsten zur niedrigsten Konzentration, aufgelistet werden. Nichts darf weggelassen werden.
Begriffe wie „natürlich“, „rein“ oder „frei von“ müssen hier nicht weiter erläutert werden. Die INCI-Liste ist keine Werbung, sondern die tatsächliche Zusammensetzung. Genau deshalb ist dies der einzige Ort, an dem Sie objektiv sehen können, was Sie auf Ihre Haut auftragen.
Wo findet man die INCI-Liste eines Produkts?
Die INCI-Liste befindet sich oft auf der Verpackung. Sie ist häufig auf der Rückseite der Flasche oder Tube zu finden.
Manchmal befindet sich die Zutatenliste nicht auf dem Produkt selbst, sondern auf der Umverpackung, beispielsweise dem Karton. Wenn man diese wegwirft, gehen auch die Informationen verloren.
Bei kleineren Verpackungen, wo der Platz begrenzt ist, kann die Liste auf einem Faltblatt erscheinen. Sie erkennen dies an einem kleinen Handsymbol mit einem Heftchen.
Beim Online-Kauf muss die vollständige INCI-Liste in der Produktbeschreibung enthalten sein. Sie haben Anspruch auf vollständige Transparenz vor Ihrer Bestellung.
Warum die Bezeichnung „Zutatenliste“ oft verwirrend ist
Viele Verbraucher suchen in Zutatenlisten nach bekannten Begriffen. Wenn man etwas Vertrautes entdeckt, ist das ein gutes Gefühl. INCI-Bezeichnungen sind jedoch international standardisiert. Das bedeutet, dass jede Zutat weltweit denselben Namen hat – nicht den kreativen Marketingbegriff, sondern den offiziellen. Und das ist gut so, denn es verhindert, dass Marken mit ausgefallenen Namen eine Zutat attraktiver oder natürlicher klingen lassen, als sie tatsächlich ist. Doch als Verbraucher ist es gar nicht so einfach, die Zutatenliste zu verstehen. Man muss fast schon Chemiker sein, um sie zu durchschauen. Aber wir geben Ihnen ein paar Tipps!
Warum die Reihenfolge der Zutaten so wichtig ist
Die INCI-Liste ordnet die Inhaltsstoffe stets nach ihrer Konzentration, von der höchsten zur niedrigsten. Der zuerst aufgeführte Inhaltsstoff ist am häufigsten enthalten, der zuletzt aufgeführte am seltensten.
Es verrät Ihnen sofort, wie ein Produkt zusammengesetzt ist. Ein leicht zu erkennendes und zu beachtendes Beispiel ist Wasser. Steht Wasser an erster Stelle der Zutatenliste, bildet es die Basis. Steht hingegen ein Pflanzenöl an erster Stelle, so ist dieses Öl der Kern der Rezeptur.
Wir glauben an wasserlose Hautpflege . Reine Formeln mit ausschließlich Inhaltsstoffen, die Ihrer Haut wirklich guttun. Eine Creme benötigt eine Wasserphase zum Anmischen. Viele Produkte fügen dafür einfach Wasser hinzu – ein billiger Füllstoff ohne jeglichen Nutzen.
Wir gehen anders vor. Unsere Naturcremes basieren auf Tomaten- oder Aloe-vera-Saft . Dieser enthält zwar von Natur aus Wasser, aber auch Antioxidantien, Vitamine und Wirkstoffe, die Ihre Haut nähren und stärken. So erfüllt die Wasserphase tatsächlich eine positive Funktion für Ihre Haut.
Was steht in der Zutatenliste?
Die ersten Inhaltsstoffe bilden die Grundlage der Formel. Sie bestimmen die Dicke, die Textur und das gesamte Hautgefühl. Das bedeutet aber nicht, dass alles Weitere unwichtig ist.
Manche Wirkstoffe sind bereits in niedrigen Konzentrationen wirksam. Aus Sicherheits- und Stabilitätsgründen dürfen bestimmte Inhaltsstoffe jedoch nicht in Konzentrationen über 1 bis 2 Prozent formuliert werden, da sie Hautreizungen verursachen können. Ein niedriger Prozentsatz ist daher kein automatischer Indikator für Wirksamkeit oder Potenz.
Die ersten Inhaltsstoffe bestimmen die Grundlage des Produkts, aber auch weiter unten aufgeführte Wirkstoffe können eine bedeutende Wirkung haben.
Gleichzeitig ist es möglich, dass ein Inhaltsstoff in sehr geringer Konzentration vor allem aus Marketinggründen hinzugefügt wird. Man denke beispielsweise an ein „Avocado-Shampoo“, bei dem Avocadoöl ganz unten in der Liste der Inhaltsstoffe steht. In einem solchen Fall spielt der Inhaltsstoff wahrscheinlich keine wesentliche Rolle für die Wirksamkeit des Produkts.
Bei Food for Skin sind unsere Produkte nach Inhaltsstoffen benannt, die entweder den Hauptbestandteil ausmachen oder eine aktive Funktion haben. Unsere Tomaten-Basiscreme besteht beispielsweise zu unglaublichen 88 % aus Tomaten! Keine Marketingtricks, sondern einfach ehrliche Fakten.
Zutaten unter 1%
Alle Inhaltsstoffe unter 1 % können in beliebiger Reihenfolge aufgeführt werden. Daher ist die genaue Reihenfolge am Ende der Liste weniger aussagekräftig als die Reihenfolge am Anfang. Achten Sie besonders auf Duftstoffe und Allergene. Selbst in geringen Mengen können diese Ihrer Haut schaden.
Wie erkennt man natürliche Inhaltsstoffe in einer INCI-Liste?
Eine INCI-Liste ohne Hilfsmittel wie eine App zu lesen, ist nicht einfach. Man kann jedoch lernen, Muster zu erkennen. Je öfter man sich Zutatenlisten ansieht, desto vertrauter werden einem die Begriffe.
Lateinische Pflanzennamen als Erkennungsmerkmal
Pflanzliche Inhaltsstoffe werden stets in einer INCI-Liste mit ihrem offiziellen botanischen, lateinischen Namen aufgeführt. Dies gewährleistet eine weltweit einheitliche Namensgebung.
Wenn Sie beispielsweise Helianthus Annuus-Samenöl oder Aloe Barbadensis-Blattsaft sehen, handelt es sich um einen aus einer Pflanze gewonnenen Inhaltsstoff. Extrakte tragen üblicherweise zuerst den botanischen Namen, gefolgt von „Extrakt“.
Bezeichnungen, die auf „Samenöl“ , „Fruchtextrakt“ , „Blattsaft“ oder „Wurzelextrakt“ enden, beziehen sich auf einen bestimmten Pflanzenteil. Diese Begriffe sind standardisiert. Ein Hersteller darf eine vollsynthetische Substanz nicht einfach als Samenöl bezeichnen, wenn sie nicht aus Samen gewonnen wird.
Es ist wichtig zu verstehen, was das nicht bedeutet. Eine solche Bezeichnung heißt nicht automatisch, dass die Zutat unverarbeitet, biologisch oder kaltgepresst ist. Sie gibt lediglich die Herkunft an, nicht die Qualität oder den Verarbeitungsgrad.
Darüber hinaus ist diese Taktik nicht narrensicher, da es auch synthetisch nachgeahmte Inhaltsstoffe gibt, die sich anhand ihres Namens nicht von den natürlichen unterscheiden lassen.
Kurz gesagt, Bezeichnungen wie Samenöl oder Blattsaft weisen zwar auf den pflanzlichen Ursprung hin, sagen aber nichts darüber aus, wie rein oder minimal verarbeitet der Inhaltsstoff ist.
Öle, Extrakte und Fermente
Pflanzenöle bilden oft die Grundlage natürlicher Hautpflege. Viele dieser Öle enthalten Fettsäuren, die den Lipiden unserer Haut ähneln. Studien zeigen, dass bestimmte Fettsäuren die Hautbarriere stärken und Feuchtigkeitsverlust reduzieren können.
Extrakte bieten eine zusätzliche Wirkungsebene. Sie enthalten Antioxidantien und bioaktive Verbindungen, die zum Schutz der Haut beitragen können. Ihre Wirksamkeit hängt von der Konzentration und der Zusammensetzung ab.
Fermente werden eingesetzt, weil sie Substanzen in kleinere oder leichter verfügbare Bestandteile umwandeln können. Einige Studien deuten darauf hin, dass dies die biologische Aktivität steigern kann. Dies steht im Einklang mit der zunehmenden Forschung zum Hautmikrobiom und der Rolle von Mikroorganismen für das Hautgleichgewicht.
Dadurch entsteht eine Formel, die die Haut auf der Grundlage bestehender Prozesse unterstützt, anstatt diese vollständig zu ersetzen.
Häufige Missverständnisse beim Lesen von Zutatenlisten
Missverständnisse entstehen oft durch verstreute Informationen ohne Kontext. Ein einzelnes Wort oder eine Zutat wird betrachtet und sofort kategorisiert. Anschließend wird eine ganze Rezeptur als gut oder schlecht eingestuft.
Doch eine Zutatenliste ist nicht so einfach. Es geht um Zusammensetzung, Konzentration und Funktion im Gesamtprodukt. Ohne diesen Kontext kann man leicht falsche Schlüsse ziehen. Ruhiges Beobachten beugt dem vor.
Synthetik ist immer schlecht
Nein! Nicht alle synthetischen Substanzen sind grundsätzlich problematisch. Es gibt viele hervorragende synthetische Inhaltsstoffe, die sicher und stabil sind und in einer Rezeptur eine klare Funktion erfüllen, wie beispielsweise die Konservierung oder Verbesserung der Stabilität.
Das Problem entsteht vor allem durch Substanzen, die entweder keine Wirkung auf die Haut haben oder sehr aggressiv sind. Man denke an viele Duftstoffe, die die Haut reizen und langfristig sogar Allergien auslösen können. Oder an stark austrocknende Inhaltsstoffe, die zwar kurzfristig gute Ergebnisse liefern, die Haut aber langfristig schwächen und abhängig machen.
Es ist außerdem wichtig zu beachten, dass jeder eine andere Perspektive hat. Manche Plattformen legen großen Wert auf Parfüm und Duft, andere konzentrieren sich auf die Qualität der Inhaltsstoffe. Entscheiden Sie also selbst, was Ihnen wichtig ist, und konzentrieren Sie sich darauf.
Wenn es sich natürlich anhört, ist es natürlich.
Leider nein! Natürlich ist „Bio“ keine geschützte Bezeichnung wie beispielsweise „Bio“. Das Etikett mag zwar grün sein und mit hübschen Blättern und Vögeln verziert sein, aber das sagt nichts über den Inhalt aus. Die INCI-Liste gibt lediglich an, was tatsächlich enthalten ist.
Welche Inhaltsstoffe erfordern besondere Aufmerksamkeit bei der natürlichen Hautpflege?
Bei Produkten mit dem Versprechen natürlicher Inhaltsstoffe findet man mitunter Inhaltsstoffe, die nicht ganz zu dieser Aussage passen. Das bedeutet nicht automatisch, dass sie schlecht oder gefährlich sind, aber es ist ratsam, kritisch zu sein. Besonders dann, wenn man Wert auf 100 % Natürlichkeit und/oder eine geringe Umweltbelastung legt.
Im Folgenden können Sie nachlesen, wie wir das machen.
Weitere Informationen finden Sie unter: Hautpflege ohne Mikroplastik
Die Food for Skin-Methode zur Bewertung einer INCI-Liste
Wir verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz. Wir konzentrieren uns nicht auf einen einzelnen Inhaltsstoff, der zwar hervorsticht, aber marketingtechnisch nützlich ist, sondern auf die Formel als Ganzes. Eine wirksame Zusammensetzung mit ausschließlich Inhaltsstoffen, die Ihrer Haut wirklich guttun.
Obwohl viele Zutaten nicht verboten sind, gibt es eine Reihe von Gruppen, die regelmäßig diskutiert werden, und deshalb ziehen wir es vor, sie zu vermeiden.
Parabene
Methylparaben, Butylparaben, Ethylparaben und Propylparaben sind synthetische Konservierungsstoffe. Sie werden verwendet, um die Haltbarkeit von Produkten zu verlängern. Es gab Diskussionen über mögliche hormonelle Störungen einiger Parabene, was zu Beschränkungen oder Verboten bestimmter Parabene innerhalb der EU geführt hat.
Sulfate
Beispiele hierfür sind Natriumlaurylsulfat (SLS) und Natriumlaurethsulfat (SLES). Dabei handelt es sich um Reinigungsschäume. Sie reinigen zwar effektiv, können aber bei empfindlicher Haut austrocknend oder reizend wirken.
Phthalate
Sie werden als Lösungsmittel oder zur längeren Duftstoffbindung eingesetzt. Einige Phthalate sind in Europa aufgrund potenzieller Gesundheitsrisiken in Kosmetika mittlerweile verboten.
Mineralöle
Beispielsweise Paraffinum Liquidum oder Mineralöl. Sie bilden eine Schutzschicht auf der Haut. Das ist nicht unbedingt schädlich, aber sie pflegen die Haut nicht so aktiv wie Pflanzenöle.
PEGs und ethoxylierte Tenside
Sie sind an Namen mit PEG oder -eth erkennbar. Sie werden als Emulgatoren oder Lösungsmittel verwendet. Sie werden synthetisch hergestellt und entsprechen nicht dem Prinzip der rein natürlichen Natur.
Parfüm / Duftstoff
Beim Thema Parfüm ist es wichtig zu wissen, dass „Parfüm“ oder „Duftstoff“ ein Sammelbegriff in der INCI-Liste ist. Es kann sich um eine Komposition aus Dutzenden verschiedener Duftstoffe und Aromen handeln. Der Hersteller ist nicht verpflichtet, die genaue Zusammensetzung offenzulegen, da diese als Geschäftsgeheimnis geschützt ist.
Das bedeutet, dass unter „Parfüm“ die enthaltenen Duftstoffe nicht ersichtlich sind, außer wenn bestimmte Allergene die gesetzlichen Grenzwerte überschreiten. Diese müssen separat aufgeführt werden.
Bei Parfüm hat man absolut keine Ahnung von der genauen Zusammensetzung. Deshalb entscheiden wir uns bewusst für 0 % Parfüm.
Synthetische Farbstoffe
Erkennbar an CI-Nummern wie CI 26100 oder F&D C-Farben. Sie haben keine hautpflegende Funktion und werden aus ästhetischen Gründen hinzugefügt.
Lesen Sie kurz die INCI-Liste für natürliche Hautpflegeprodukte.
Die INCI-Liste ist eine Tatsachenliste. Werbeaussagen sind Marketing. Die Reihenfolge der Inhaltsstoffe zeigt, worauf eine Rezeptur tatsächlich basiert. Ein einzelner Inhaltsstoff sagt ohne die gesamte Rezeptur wenig aus.
Entscheiden Sie also selbst, was Ihnen wichtig ist. Ein einfacher erster Schritt ist, auf Wasser (Aqua) zu achten, wenn Sie eine reine, wasserfreie Formel wünschen, die lange hält. Ein weiterer einfacher Schritt ist die Wahl des Duftstoffs. Anschließend können Sie festlegen, welche anderen Inhaltsstoffe Sie vermeiden möchten und lernen, sie zu erkennen. Glücklicherweise gibt es auch viele Apps, die Ihnen dabei helfen können.





